Wie bekomme ich in Deutschland ein Cannabis-Rezept? 5 Anbieter vor dem ersten Arztgespräch kennenlernen

Wer sich vor dem ersten Arztgespräch informieren will, beginnt bei weed.de, wo Fragebogen, Videosprechstunde und Preisvergleich mit klar benannten Honoraren zusammenkommen, und schaut danach bei CanDoc, CannGo, DrAnsay und 5Swan, die jeweils einen anderen Weg zum Arzt gehen. Alle fünf werden unten mit ihren Honoraren, ihrem Ablauf und einer kurzen Einschätzung vorgestellt, jeweils nach den Angaben, die die Anbieter auf ihren eigenen Seiten machen.

Auf einen Blick

  • weed.de: Einstieg per Fragebogen oder Videosprechstunde mit klar benannten Honoraren
  • CanDoc: Sorten wählen, bevor der Arzt prüft
  • CannGo: feste Gebühr, auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft
  • 5Swan: Videogespräch mit festem Arzt

Ablauf, Kosten und Erreichbarkeit im Einzelnen

1) weed.de

Geeignet für: Patienten, die vor dem ersten Gespräch Preise, Sorten und Apotheken vergleichen und den Ablauf kennenlernen möchten.

Ein Fragebogen von etwa fünf Minuten oder eine Videosprechstunde führt zum ersten Arztkontakt, das Honorar beträgt 9,95 € beziehungsweise 29,90 €, das Medikament kommt hinzu. Anfragen sind jederzeit möglich, ein Arzt meldet sich laut Plattform meist binnen eines Tages. Wer eine Praxis bevorzugt, nutzt die Arztsuche.

Zur Vorbereitung dienen ein Sortenlexikon mit 2.618 Einträgen, ein Wissensbereich mit Artikeln zu Terpenen und Cannabinoiden und ein Vergleich von Preisen in 251 Apotheken. Die Ärzte sind in Deutschland oder einem anderen EU-Staat approbiert. Bezahlt wird über Adyen, Fragen beantwortet ein Hilfe-Center, und Folgerezepte lassen sich später über das Konto mit einem Kurzfragebogen anfordern.

Betreiber ist die Tortuga Technologies (Germany) GmbH in Berlin. Auf Trustpilot erreicht weed.de 4,4 Punkte bei 59 Bewertungen, nach eigenen Angaben nutzen mehr als 21.000 Menschen das Angebot.

Fazit: Wer sich einlesen und danach ohne Plattformwechsel anfragen will, findet hier alles auf einer Seite, von Quellen über Preise bis zur Arztsuche. Eine Rezeptzusage gibt es nicht, auch nicht nach einem langen Gespräch, und weed.de ist selbst weder Arzt noch Apotheke.

2) CanDoc

Geeignet für: Patienten, die zuerst Produkte auswählen und danach den Arzt prüfen lassen möchten.

Bei CanDoc wählen Sie bis zu sechs Sorten im Live-Bestand und stellen dann die Anfrage per Fragebogen oder Video. Das Erstrezept kostet laut FAQ 10 €, das Folgerezept 5 €, ein Videotermin 35 €, zeitweise gibt es Aktionen für 0 €. Eine Registrierung ist zum Start nicht nötig.

Lehnt der Arzt ab, werden die Gebühren erstattet. Der Zahlungslink bleibt 60 Minuten gültig, bezahlt wird über Mollie. Ein Expresskauf bei Grünhorn und Alle Farben bündelt Gebühr und Medikament. Zusätzlich gibt es Städteseiten für mehr als 25 Orte, einen THC-Rechner und einen digitalen Patientenausweis für 10 €. Die Seite zeigt LegitScript- und BfArM-Register-Siegel, bei Trusted Shops steht sie bei 4,51 von 5.

Fazit: Der Einstieg ist niedrigschwellig, weil Registrierung und Sortenwahl vorab möglich sind. Allerdings gilt der gemeinsame Checkout nur bei zwei Partnerapotheken, und die Preise im Bestand beziehen sich laut Seite auf die Grünhorn-Plattform.

3) CannGo

Geeignet für: Patienten, die eine feste Gebühr mit Rückerstattung bei Ablehnung bevorzugen, auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

CannGo steht jedem Erwachsenen mit Wohn- oder Lieferadresse in Deutschland offen, verlangt wird ein gültiger Ausweis. Die erste Anfrage läuft allein über den Fragebogen, ob ein Gespräch folgt, entscheidet der Arzt. Das Honorar beträgt 14,99 € einschließlich Mehrwertsteuer und wird bei Ablehnung vollständig erstattet.

Ausgestellt werden ausschließlich Privatrezepte. Folgeanfragen laufen über ein Dashboard, Ratgeber erklären Rechtslage und Kosten. Der Support ist per E-Mail und über eine Telegram-Community erreichbar. Der Bestand umfasst Angebote von über 350 Apotheken, gelistet sind 1.400 Blüten und mehr, im Vergleich beginnen Blüten bei 2,69 € je Gramm, Versand kommt hinzu. Die Trusted-Shops-Wertung liegt bei 4,79 von 5.

Fazit: Wer ein klares Preisschild sucht, findet es hier, ein ausführliches Erstgespräch gehört nicht zum Standardablauf, sondern folgt nur auf ärztliche Anforderung.

4) DrAnsay

Geeignet für: Patienten, die verschiedene Online-Rezepte an einem Ort verwalten möchten.

Zu DrAnsay gehören ein Magazin, E-Books und ein „Cannabis-Kompass“ genannter Bericht, der auf 1.000 Antworten beruht und Angaben des Anbieters wiedergibt. Ein Arzt oder eine Ärztin prüft den Fragebogen, ein Videogespräch ist optional.

Das Honorar für Cannabis nennt die Startseite nicht, auch Name und Zulassungsland der Ärzte fehlen. Die Lieferung dauert nach Angabe der Seite zwei bis vier Tage, alternativ holen Patienten in einer Apotheke ab. Das Angebot reicht über Cannabis hinaus bis zu Gewichtsmanagement, Frauengesundheit und allgemeiner Medizin, außerdem nennt die Seite eine iOS-App und die Norm ISO/IEC 27001:2022, gezahlt wird mit Karte oder Klarna.

Fazit: Das Angebot ist breit und bündelt mehrere Rezepte, für den Vergleich vor dem ersten Gespräch fehlt jedoch das Honorar, ebenso Angaben zu den Ärzten.

5) 5Swan

Geeignet für: Patienten, die ein ausführliches Videogespräch mit festem Arzt bevorzugen.

Ein 25-minütiges Videogespräch mit einem benannten Arzt eröffnet die Behandlung bei 5Swan. Vorher stehen eine kostenlose Registrierung, ein Fragebogen von unter fünf Minuten und die Terminbuchung im Online-Kalender. Das Honorar liegt laut FAQ bei 25 € bis 65 € je Termin.

Alle Ärzte haben nach Unternehmensangaben eine deutsche Approbation. Regelmäßige Videotermine begleiten den Verlauf, das Rezept wird der genannten Apotheke elektronisch zugeleitet, die Lieferung erfolgt laut Anbieter innerhalb weniger Tage. Angesprochen sind Patienten, deren Beschwerden länger als drei Monate andauern, abgerechnet wird privat. Das Unternehmen nennt mehr als 2.500 Patienten, das sind Eigenangaben, und führt drei Ärzte mit drei bis vier Jahren Erfahrung in der Cannabistherapie auf.

Fazit: Wer das Gespräch will, bekommt es, eine reine Fragebogenlösung gibt es nicht. Wer lieber kurz anfragt, wählt einen anderen Anbieter dieser Liste.

Der Vergleich in einer Tabelle:

Anbieter

Erster Schritt

Honorar

Erstattung bei Ablehnung

weed.de

Fragebogen oder Video

9,95 € oder 29,90 €

Nicht angegeben

CanDoc

Fragebogen oder Video

10 € Erstrezept, 35 € Video

Ja

CannGo

Fragebogen

14,99 €

Ja, vollständig

DrAnsay

Fragebogen

Nicht angegeben

Nicht angegeben

5Swan

Videotermin

25 € bis 65 € je Termin

Nicht angegeben

Typische Stolpersteine vor dem ersten Gespräch

Drei Stolpersteine zeigen sich bei der Vorbereitung auf ein erstes Arztgespräch immer wieder. Erstens: Unterlagen fehlen. Mehrere Anbieter verlangen einen Ausweis, manche zusätzlich Befunde. Zweitens: Das Honorar wird für die Gesamtkosten gehalten, dabei kommen Medikament und Versand dazu. Drittens: Der Ablauf wird unterschätzt, denn zwischen Anmeldung, Prüfung und Apotheke liegen je nach Anbieter mehrere Schritte. Wer ein Gespräch möchte, sollte Termine einplanen und sich auf Wartezeiten einstellen. Ein vierter Stolperstein sind Eigenangaben: Zahlen zu Patienten oder Bewertungen sagen etwas über Größe und Service, aber nicht über die ärztliche Entscheidung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf das erste Arztgespräch vor?

Halten Sie Ihren Ausweis und, falls verlangt, Befunde bereit, lesen Sie vorher die Hinweise des Anbieters zum Ablauf und überlegen Sie vorher, welche Fragen Sie dem Arzt stellen möchten. Über Eignung und Verordnung entscheidet der Arzt. Ein Gespräch bei einem Anbieter wie 5Swan dauert 25 Minuten, bei Fragebogen-Anbietern entfällt es in der Regel.

Was kostet das erste Arztgespräch?

Die Honorare in dieser Liste liegen zwischen 9,95 € bei weed.de und 65 € bei 5Swan, hinzu kommen Medikament und Versand. DrAnsay nennt den Betrag auf der Startseite nicht.

Muss ich dafür in eine Praxis gehen?

Nicht zwingend. Mehrere Anbieter arbeiten mit Fragebogen oder Video, einige verlangen zusätzlich ein Gespräch. Wer eine Praxis möchte, kann bei weed.de die Arztsuche nutzen.

Zahlt die Krankenkasse das Rezept?

Bei privaten Rezepten zahlen Sie selbst. Getrocknete Blüten sind von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen, ob eine private Versicherung zahlt, hängt vom Vertrag ab. Auf Anfrage stellen einige Plattformen Rechnungen für private Versicherer aus.

Welcher Anbieter zu welchem Wunsch passt

  • weed.de passt, wenn klar benannte Honorare und Hintergrundinformationen auf einer Seite gewünscht sind.
  • CanDoc liegt nahe, wenn zuerst Produkte ausgewählt werden sollen.
  • Bei CannGo steht eine feste Gebühr mit Erstattung im Mittelpunkt.
  • 5Swan ist die Adresse für ein festes Arztgespräch.